Hans Fallada – Leben und Werk

“Denn wer mehr Leben als eins gelebt, Mehr Tode als einen starb.”
Oscar Wilde

Dieses Zitat stellt die Biographin Jenny Williams ihrem Werk Mehr Leben als eins, der wohl umfangreichsten Biographie zu Hans Fallada, voran. Es umschreibt am treffendsten das Leben des Autors Hans Fallada, der mit bürgerlichem Namen Rudolf Dietzen hieß und am 21. Juli 1893 geboren wird.

Sein Leben war geprägt von vielen Höhen und Tiefen, dem Kampf mit der eigenen Person und Drogensucht, die nicht immer heldenhafte Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und den privaten Freuden uns Tragödien im Eheleben.

Der Wunsch Schriftsteller zu werden wächst schon in Jugendjahren. Nach einem romantisierten Doppel-Selbstmordversuch, bei dem sein Freund Hanns Dietrich von Necker stirbt und abgebrochener Schullaufbahn, verbringt er aufgrund einer Alkoholsucht die meiste Zeit in der Entzugsanstalt Posterstein. Durch die parallele landwirtschaftliche Lehre kann er später als Gutsverwalter etwas Geld verdienen.

1928, nachdem er eine wiederholte Inhaftierung wegen Unterschlagung abgesessen hat, lernt er Anna „Suse“ Issel in Hamburg kennen.  Sie ist das Vorbild für die Figur Lämmchen aus Kleiner Mann – was nun?

Seinen ersten schriftstellerischen Erfolg kann er mit Bauern, Bonzen und Bomben 1930 feiern, bevor ihm mit Kleiner Mann – was nun? 1932 der Durchbruch gelingt. Der Roman spiegelt die Weltwirtschafskrise wider und erscheint auch im Dritten Reich ohne Unterbrechung.

Hans Fallada flüchtet sich im Dritten Reich in die innere Emigration und verfasst zunehmend Unterhaltungsliteratur. Seine Ehe mit “Suse” geht 1944 wegen anhaltender Drogenprobleme in die Brüche. Darauf folgt die erneute Einlieferung in die geschlossene Anstalt. 1945 heiratet er die 30 Jahre jüngere Ursula Losch, die ebenfalls mit einer Drogensucht zu kämpfen hat.

In der DDR arbeitet Hans Fallada auf Bestreben von Johannes R. Becher bei der Täglichen Rundschau. Doch schon 1947 erliegt er seiner Morphium- und Alkoholsucht. Sein Roman Jeder stirbt für sich allein, ein Werk zum inneren Widerstand im Dritten Reich, erscheint im selben Jahr.

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