Biographie

Hans Fallada (1893-1947), Schriftsteller

21. Juli 1893: Hans Fallada, mit bürgerlichem Namen Rudolf Ditzen, wird als Sohn von Elisabeth und Wilhelm Ditzen in Greifswald geboren.

17. Oktober 1911: Nach einem Doppel-Selbstmordversuch von Hans Fallada und dessen Freund Hanns Dietrich von Necker wird Fallada mit 17 Jahren in eine psychiatrische Klinik eingewiesen. Sein Freund stirbt.

1913: Nachdem Fallada das Gymnasium ohne Schulabschluß verlassen hat, beginnt er eine Lehre in der Landwirtschaft und arbeitet in den nächsten Jahren u.a. als Wirtschaftsinspektor, Journalist und Verlagslektor.

1917-1919: Fallada wird aufgrund seiner Alkohol- und Rauschgiftsucht mehrmals in Heilanstalten für Suchtgefährdete eingewiesen. Alle Entziehungskuren bleiben ohne Erfolg.

1920: Hans Fallada veröffentlicht seinen ersten, dem Expressionismus zuzuordnenden Roman “Der junge Godeschal”.

1923: Fallada wird zu mehreren Monaten Haft wegen Unterschlagung verurteilt.

1926-1928: Es folgen weitere Gefängnisaufenthalte wegen Betruges.

5. April 1929: Heirat mit Anna Issel, die als “Lämmchen” in Kleiner Mann – was nun? bekannt wird. Aus der Ehe gehen 3 gemeinsame Kinder hervor.
Hans Fallada wird zu einem Vertreter der “Neuen Sachlichkeit” und bemüht sich um eine dokumentarische Literatur. Dabei wird das Kleinbürgertum, dass unter der Weltwirtschaftskrise am meisten zu leiden hat, zu einem der Hauptthemen Hans Falladas.

1931: Der Roman Bauern, Bonzen und Bomben erscheint. Das Thema bilden die Bauernunruhen Ende der 20iger Jahre. Fallada greift dabei auf seine Eindrücke aus dem “Landvolk-Prozeß” zurück, dem er als Gerichtsreporter beiwohnte.

1932: Der Roman Kleiner Mann – was nun? beschert Fallada Weltruhm. Im Roman geht es um einen einfachen Arbeiter, der versucht in der Weltwirtschaftskrise das Auskommen für sich und seine Familie zu sichern. Dabei erlebt er Aufstieg und tiefen Fall und findet doch Halt in der Familie. Die Protagonistin Lämmchen ist Falladas Frau Anna Issel nachempfunden.

1933: Nach dem Erfolg seines Buches Kleiner Mann – was nun? erwirbt Fallada ein Gut in Carwitz (Mecklenburg), dass er mit seiner Frau selbst bewirtschaftet.

1934: Der Roman Wer einmal aus dem Blechnapf frißt erscheint. Es schildert das Schicksal eines ehemaligen Häftlings, der versucht wieder in das gesellschaftliche Leben zurückzukehren. Das Buch wird von der nationalsozialistischen Kritik abgelehnt.

1935/36: Mit Das Märchen vom Stadtschreiber, der einmal aufs Land flog (1935) oder Hoppelpoppel, wo bist du? (1936) verzichtet Fallada in den nächsten Jahren auf klare politische Stellungnahmen.

1937-1940: Fallada veröffentlicht mit Wolf unter Wölfen und Der eiserne Gustav zwei zeitkritische Milieustudien. Danach folgen aber wieder im weitesten Sinne Unterhaltungsliteratur wie Kleiner Mann, großer Mann – alles vertauscht (1939) oder Der ungeliebte Mann (1940).

1941: Seine Autobiographie Damals bei uns daheim erscheint.

1943: Wird Fallada als “Sonderführer des Reichsarbeitsdiensts” nach Frankreich geschickt.

1944: Hans Fallada kehrt nach Carwitz zurück. Die Scheidung von seiner Frau Anna Issel nimmt Fallada schwer mit. Er wird wegen Mordversuchs an seiner Frau angeklagt und in eine Trinkerheilanstalt eingewiesen.

1945: Hans Fallada übernimmt für eine kurze Zeit das Amt des Bürgermeisters in Feldberg (Mecklenburg). Danach zieht er nach Berlin und arbeitet auf Wunsch von Johannes R. Becher bei der “Täglichen Rundschau”. In Berlin heiratet er die ebenfalls drogenabhängigen und 30 Jahre jüngere Ursula Boltzenthal.

1947: Fallada findet mit seinem Widerstandsroman Jeder stirbt für sich allein zu seinem früheren Stil zurück. Er muss aber auch aufgrund seiner Drogensucht erneut in die Entzugsanstalt.

5. Februar 1947: Hans Fallada stirbt in Berlin.

1950: Sein Roman Der Trinker erscheint posthum. Es schildert vor allen Dingen seinen Kampf mit dem Alkohol und verarbeitet auch die Trennung von seiner Frau. Der Trinker ist einer seiner persönlichsten Romane.

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.