Kleiner Mann – was nun?

Kleiner Mann – was nun? von Hans Fallada erscheint 1932 und wird der Durchbruch für den bis dahin wenig bekannten Autor. Sein Roman zur Weltwirtschaftskrise wird ein Besteller. Die Leser finden im kleinen Johannes Pinneberg und seiner Freundin “Lämmchen” die idealen Vorbilder für ihre eigenen Erfahrungen.

Inhaltsangabe
Der Buchhalter Johannes Pinneberg und seine Freundin Emma “Lämmchen” Mörschel befinden sich in einer misslichen Lage. Sie erfahren das Emma seit zwei Monaten Schwanger ist als zum gleichen Zeitpunk Johannes der Buchhalter-Job gekündigt wird. Pinneberg muss sich also im Deutschland der Weltwirtschaftskrise einen neuen Job suchen. Zur Hilfe kommt ihm da seine nicht gerade geliebte Mutter, die ihm einen Job als Verkäufer im Modehaus Mandel besorgt.

Doch dort ist der Konkurrenzkampf unter den Verkäufern groß. Organisator Spannfuß verlangt von seinen Verkäufern eine hohe Verkaufsquote, so dass Pinneberg, zermürbt von der angespannt finanziellen Situation nach der Geburt seines Kindes immer mehr in Rückstand kommt. Als er den berühmten Schauspieler Franz Schlüter eines Tages im Kaufhaus so sehr zum Kauf drängen möchte, obwohl dieser sich nur umsehen will, wird ihm fristlos gekündigt.

Emma und Johannes ziehen mit ihrem Sohn “Murkel” illegalerweise in eine Gartenlaube außerhalb von Berlin. Obwohl das Geld knapp ist, verlangt Emma von ihrem Mann, dass er nicht kriminell wird. Dem Angebot des Kleinkriminellen Krymna ihn auf seinen Holz-Raubzügen zu begleiten, kann er so immer widerstehen. Seine Zeit verbringt er damit, ausstehendes Geld von den Gläubigern seiner Frau, die Strümpfe stopft, einzusammeln.

Bei einer seiner Fahrten nach Berlin, um seine ausstehende Arbeitslosenunterstützung abzuholen, wird er unter anderem von der Schutzpolizei als Taugenichts gedemütigt und von der Straße gejagt. Sein bis dahin sowieso schon geringes Selbstwertgefühl sinkt nahezu gegen null. Und er traut sich kaum mehr seiner Frau in die Augen zu schauen. Doch diese nimmt ihn so wie er ist an. Gemeinsam vor dem schlafenden Murkel stehend, sind sich die zwei auch in der tiefsten Not ihrer Liebe bewusst.

Erörterung
Der Roman Kleiner Mann – was nun? schildert eindrucksvoll die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise, die durch den Börsensturz am 24. Oktober 1929, bekannt als “Schwarzer Donnerstag”, ausgelöst wurde. Dabei greift Fallada mehrere Regelungen der damaligen Zeit zum Arbeitsrecht auf und gibt sie im Sinne der Neuen Sachlichkeit sehr getreu wieder.

Das Hans Fallada mit Kleiner Mann – was nun? überhaupt der Durchbruch gelingen konnte, liegt zum großen Teil auch an seinem Verleger Ernst Rowohlt, der ihm die Möglichkeit gab, bei geringem Arbeitsaufkommen im Verlag seinen Roman fertig zustellen. So war Fallada finanziellen Sorgen, die er im Roman schildert, teilweise befreit.

Auch nach der Machtergreifung der Nazis erschien der Roman weiterhin. Allerdings wurde aus dem brutalen SA-Mann Lauterbach ein Fußballer.

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